Das Hausarztmodell

Vertrauen stärkt
Praxisgebühr bleibt
Gute Beratung hilft immer
Den richtigen Arzt finden

Das Hausarztmodell

Damit man nicht bei jedem erneuten Arztbesuch immer wieder seine Krankengeschichte preis geben muss, soll das Hausarztmodell diese Informationen bündeln. Der Hausarzt ist damit Anpsrechpartner Nr. 1 bei einer Krankheit.

Das von der politik 2004 eingeführte Hausarztmodell soll zum einen die Qualität der medizinischen Versorgung für die Patienten verbessern und zum anderen eine bessere Ausnutzung der medizinischen Ressourcen in Deutschland gewährleisten. Die wichtigsten Prinzipien des Modells:

  • Der Patient such bei einer Erkrankung, mit Ausnahme von Notfällen, zuerst seinen Hausarzt auf.
  • Der Hausarzt kann dann gegebenenfalls eine Überweisung zu einem Facharzt aussprechen und ist vom Patienten autorisiert Daten und Untersuchungsergebnisse an den Facharzt weiterzuleiten.
  • Der Patient verpflichtet sich durch die Teilnahme am Hausarztmodell für mindestens ein Jahr bei demselben Hausarzt zu bleiben. Ein Wechsel ist nur bei einem besonders schwerwiegenden Vertrauensbruch gerechtfertigt.

Welchen Nutzen hat das Hausarztmodell für mich?

Das Modell ermöglicht dem Hausarzt einen umfassenden Überblick über die Krankengeschichte seines Patienten, wodurch die bestmögliche medizinische Versorgung sichergestellt werden kann.

Der Hausarzt hat eine Lotsenfunktion und soll unnötige, kostspielige und vielleicht auch unangenehme Doppeluntersuchungen vermeiden, sowie Wechselwirkungen von Medikamenten verhindern, die möglicherweise von unterschiedlichen Ärzten verschrieben werden. Zudem herrscht zwischen Patient und Hausarzt im Idealfall ein besonderes Vertrauensverhältnis, das es ermöglicht, auch über sehr schwierige Dinge ehrlich zu sprechen. Der Hausarzt wird zu dem kompetenten Ansprechpartner in Gesundheitsfragen, der er sein sollte.

Was für Nachteile hat das Hausarztmodell?

Kritische Stimmen zum Hausarztmodell sagen, dass dieses die freie Haus- und Facharztwahl einschränkt, da der Patient bei Beschwerden nicht mehr die Möglichkeit hat, sofort einen Facharzt seiner Wahl aufzusuchen, sondern erst zu seinem Hausarzt muss. Außerdem nehmen nicht alle Allgemeinmediziner am Hausarztmodell teil oder werden von der Krankenkasse als solcher anerkannt. Die Verträge, welche die Hausärzte mit den Krankenkassen für das Modell geschlossen haben, schränken in manchen Fällen sogar die Therapiefreiheit des Arztes ein. Außerdem wird am Hausarztmodell kritisiert, dass nicht alle Ärzte, die sich von den Krankenkassen als Hausarzt haben festschreiben lassen, ausreichend für eine solche Aufgabe qualifiziert sind.

Können alle Ärzte mein Hausarzt werden und wie nehme ich am Hausarztmodell teil?

Um als Patient am Hausarztmodell teilzunehmen, sollte man sich zu allererst bei seiner Krankenkasse über die Ärzte informieren, die man als Hausarzt wählen kann. Nicht alle Allgemeinmediziner stehen hier zur Wahl. Die Krankenkassen schließen Verträge im Rahmen des Modells mit einer Reihe von Ärzten ab, die dann zur Teilnahme am Modell berechtigt sind – Listen mit am Hausarztmodell teilnehmenden Ärzten stellen die Krankenkassen.

Generell sollte man sich nur für das Hausarztmodell entscheiden, wenn man auch einen Arzt seines Vertrauens in seiner Nähe auf einer solchen Liste findet. Ist dies der Fall, genügt eine Unterschrift auf einem entsprechenden Antrag. Daraufhin bekommt man eine Karte per Post zugestellt, die einen als Teilnehmer am Hausarztmodell ausweist. Sollte der neue Hausarzt den Patienten vorher noch nicht behandelt haben, ist es sinnvoll, einen kompletten Gesundheits-Check-Up von ihm durchführen zu lassen. Dadurch erhält er die nötigen Grundinformationen, wodurch das Hausarztmodell auch wirksam werden kann. Ist der Hausarzt schon länger der bevorzugte Arzt des Vertrauens, ist dies nicht unbedingt notwendig.

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