Befreiung von der Krankenversicherungspflicht für Studenten

Es gibt viele Ausnahmen
Die Regeln sind vielfältig
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Von der Versicherungspflicht befreien

Wer die Ketten der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht sprengen möchte...

... der kann schriftlich die Befreiung der Krankenversicherungspflicht beantragen. Aber so ganz ohne Absicherung geht es natürlich nicht! Denn wer weiß schon, welche studentischen Krankheiten zwischen den Büchern in der Universität kursieren.

Generell gilt in Deutschland die Krankenversicherungspflicht. Trotzdem gibt es für bestimmte Bevölkerungsgruppen bzw. in bestimmten Fällen die Möglichkeit, sich von der Krankenversicherung befreien zu lassen.

Fälle, bei denen eine Befreiung von der Krankenversicherungspflicht möglich ist:

  • Wenn das Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt (diese wird jedes Jahr gemäß § 6, Absatz 6 des 5. Sozialgesetzbuches ausgehend vom Bruttoeinkommen festgelegt; 2016 liegt sie bei 4.687,50 Euro Monats- bzw. 56.250 Euro Jahreseinkommen)
  • Bei Teilzeitbeschäftigung
  • Bei Altersteilzeit
  • Bei Arbeitslosigkeit
  • Im Studium, Praktikum oder anderen Ausbildungen auf dem zweiten Bildungsweg
  • Bei Ärzten im Praktikum
  • Bei Rehabilitanden
  • Bei Menschen mit einer Behinderung

Die Grundlagen für diese Regelungen zur Befreiung von der Krankenversicherungspflicht sind in § 8, Absatz 2 des 5. Sozialgesetzbuches festgehalten.

Nach der Befreiung von der Krankenversicherungspflicht bei der Krankenkasse hat man den Status eines freiwillig Versicherten und kann zwischen einer privaten und einer gesetzlichen Krankenversicherung wählen. Die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht kann aber erst rückgängig gemacht werden, wenn sich der Status der Person ändert. Das ist dann der Fall, wenn sich zum Beispiel etwas im Beschäftigungsverhältnis oder dem Einkommen ändert.

Warum sollte ich mich von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen wollen?

Eine Befreiung bedeutet nicht, dass man auf die Krankenversicherung verzichten sollte! Die Befreiung von der Verpflichtung eröffnet einem die Möglichkeit, sich privat zu versichern. Dies ist vor allem für Kinder, deren Eltern Beamte sind, interessant. Denn in diesem Fall sind die Eltern – solange noch Kindergeld gezahlt wird – beihilfeberechtigt. Das bedeutet, dass der Staat die private Krankenversicherung bezuschusst. Fällt allerdings das Anrecht auf Kindergeld weg – weil der Student über 25 Jahre alt ist oder in seinem Nebenjob zu viel verdient – entfällt auch die Beihilfe. Dann kann eine gesetzliche Krankenversicherung doch günstiger sein als eine private.

Wann kann ich mich von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen?

Generell gilt bei Studenten, dass der Antrag auf Befreiung innerhalb der ersten drei Monate der Krankenversicherungspflicht – also innerhalb der ersten drei Monate nach der Immatrikulation – gestellt wird.

Nach der Bewilligung wirkt der Antrag rückwirkend für den gesamten Zeitraum von Beginn der Krankenversicherungspflicht an, sofern es zu keiner Inanspruchnahme von entsprechenden Leistungen gekommen ist. Sollte dies doch der Fall sein, greift die Befreiung ab dem Zeitpunkt der Antragsstellung.

Achtung! Erst mit dem Ende der Familienversicherung greift die Pflichtversicherung. Aber auch von der Familienversicherung kann sich der Student befreien, wenn er sich lieber selbst privat vesichern möchte.

Hat mein Studentenjob Einfluss auf die Regelungen der Befreiung von der Krankenversicherungspflicht?

Der Job hat so lange keine Auswirkungen auf die Regelungen der Befreiung von der Krankenversicherungspflicht, wie er auch wirklich den Status eines Studentenjobs hat. Dafür gibt es drei verschiedene Regelungen:

  • Er darf nicht mehr als 20 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen. Dann geht man davon aus, dass das Studium nicht unter der Beschäftigung leidet. Das Einkommen spielt hier keine Rolle. Wenn hauptsächlich abends und an Wochenende gearbeitet wird, darf die 20-Stunden-Grenze in manchen Fällen auch überschritten werden.
  • Bei Tätigkeiten in den Semesterferien gibt es keine Begrenzung der Stundenzahl. Hier bleibt der Student selbst bei einer Wochenstundenzahl von 40 noch versicherungsfrei.
  • Das Selbe gilt, wenn das Beschäftigungsverhältnis von vornherein auf maximal zwei Monate begrenzt war.

Wie befreie ich mich von der Krankenversicherungspflicht?

Der Antrag auf Befreiung von der Krankenversicherungspflicht ist bei der Krankenkasse einzureichen, die im Regelfall für die Versicherung zuständig wäre. Diese ist entweder die Krankenversicherung, die der Student selbst gewählt hätte, oder die, bei der er zuletzt versichert war.

Bei Studenten ist das in den meisten Fällen die Versicherung der Eltern. Die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht wird dann für den gesamten Zeitraum des Studiums gültig und kann nicht widerrufen werden. 

Übrigens endet die Krankenversicherungspflicht für Studenten automatisch nach dem 14. Fachsemester bzw. der Vollendung des 30. Lebensjahres. Danach ist man generell von der Krankenversicherungspflicht befreit und sollte sich freiwillig versichern.

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