Die Versicherungspflicht für Studenten in Deutschland

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Was nicht so alles in irgendwelchen Gesetzbüchern steht

Wer an einer deutschen Universität studieren will, braucht eine Krankenversicherung. Egal ob privat, gesetzlich oder über die Familie, Studenten sind versicherungspflichtig. Die Pflicht zur KV ist in Deutschland gesetlich festgehalten.

Geschichtliches zur Versicherungspflicht für Studenten

Die Geschichte der Krankenversicherung (KV) und der Versicherungspflicht für Studenten in Deutschland reicht bis ins Mittelalter zurück. Damals sammelten die Handwerkszünfte regelmäßig von ihren Mitgliedern feste Summen ein, um sie in Notlagen versorgen zu können. Die erste rechtliche Manifestation der KV findet sich im Preußen des 19. Jahrhunderts, als im Jahre 1845 die Gründung von Krankenkassen in der allgemeinen Gewerbeordnung festgeschrieben wurde. Nur neun Jahre später wurde es den einzelnen Städten und Gemeinden erlaubt, die Versicherungspflicht für bestimmte Berufsgruppen einzuführen und das Jahr 1876 brachte dann die landesweit einheitliche Regelung. Und nachdem Bismarck im Jahr 1883 auf Grund der elenden Lage der Bevölkerung dazu gezwungen war, weitreichende sozialpolitische Reformen durchzuführen, entstand erstmals ein Versicherungssystem, das zwischen einer privaten und einer sozialen Versicherung unterschied und damit dem unsrigen vom Grundprinzip her ähnlich ist.

Die gesetzliche Regelung der Versicherungspflicht für Studenten

Die Versicherungspflicht für Studenten für die KV ist in § 5 des fünften Sozialgesetzbuches (SBG V) festgehalten. Die Regelung in Bezug auf Studierende ist in Absatz 1 unter der Nummer 9 festgehalten:

„Studenten, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben sind, unabhängig davon, ob sie ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben, wenn für sie auf Grund über- oder zwischenstaatlichen Rechts kein Anspruch auf Sachleistungen besteht, bin zum Abschluss des 14. Fachsemester, längstens bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres; Studenten nach Abschluss des 14. Fachsemester oder nach Vollendung des 30. Lebensjahres sind nur versicherungspflichtig, wenn die Art der Ausbildung oder familiäre sowie persönliche Gründe, insbesondere der Erwerb der Zugangsvoraussetzungen in einer Ausbildungsstätte des Zweiten Bildungsweges, die Überschreitung der Altersgrenze oder eine längere Fachstudienzeit rechtfertigen.“

Zusätzlich dazu gibt es eine ergänzende Regelung zur Versicherungspflicht für Studenten in der Krankenversicherung in § 5 SBG V, Absatz 1 unter Punkt 10:

„Personen, die eine in Studien- oder Prüfungsordnung festgeschriebene berufspraktische Tätigkeit ohne Arbeitsentgelt verrichten sowie zu ihrer Berufsausbildung ohne Arbeitsentgelt Beschäftigte [...].“

Im Klartext bedeutet die Versicherungspflicht für Studenten also, dass eine Einschreibung an einer deutschen Hochschule nur dann möglich ist, wenn eine Bescheinigung über die Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung – egal ob privat oder gesetzlich, über die Familienversicherung oder in einer Studentenversicherung – vorgewiesen werden kann und man der Versicherungspflicht für Studenten nachkommt. Damit ist man im Krankheitsfall abgesichert und muss die Kosten für die Behandlung nicht selbst tragen.

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