Arztkosten

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Wie viel kostet ein Arztbesuch?

Wir bezahlen monatlich Beiträge zur Krankenversicherung. Und die bezahlt dann unseren Arzt. Der wiederum stellt Rechnungen über die angefallen Arztkosten aus. Aber wie entstehen die? Eine Spritze an sich kann doch nicht so teuer sein.

Die Summe, die ein Patient nach einer bestimmten Behandlung an Arztkosten bezahlen muss, wird in Deutschland nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bestimmt. Im Rahmen dieser hat der Arzt das Recht, drei verschieden Arten von Arztkosten geltend zu machen:

  • Gebühren – dies sind die eigentlichen Arztkosten, die dem Arzt nach der Gebührenordnung bei einer Behandlung zu stehen.
  • Entschädigungen – unter diesen Punkt fallen zum Beispiel das Wegegeld oder Reisekosten, die dem Arzt durch den zeitlichen Aufwand eines Besuchs entstehen können.
  • Ersatz von Auslagen – diese Arztkosten kommen auf, wenn der Patient nach der Behandlung Medikamente mit nach Hause nehmen kann, die aber erst einmal vom Arzt bezahlt wurden. Kleinere Mittel zur Behandlung, wie Tupfer oder auch Desinfektionsmittel, fallen nicht unter diesen Punkt.

Wie berechnen sich die eigentlichen Gebühren?

Die Errechnung der eigentlichen Gebühren einer ärztlichen Behandlung ist eigentlich simple Mathematik. Jeder ärztlichen Leistung wird eine bestimmte Punktzahl zugeordnet – bei einfachen Leistungen ist die Punktzahl geringer als bei komplizierteren Leistungen. Diese Punktzahl wird dann mit einem festen monetären Wert multipliziert. Dieser liegt zurzeit bei 5,82873 Cent. Eine Spritze beispielsweise hat nach der aktuellen Gebührenordnung für Ärzte einen Punktwert von 40 Punkten – multipliziert mit dem monetären Wert ergibt das einen Gebührenwert von 2,33 € für eine einfache Spritze. So kommt der "erste Teil" der Arztkosten zustande.

Ein paar Beispiele zur Berechnung:

Leistung

Punktzahl

In Euro (Einfachsatz)

Beratung (auch telefonisch)

80

4,66

Ermittlung des Ganzkörperstatus

260

15,15

Krebsvorsorgeuntersuchung (Frau)

320

18,65

Krebsvorsorgeuntersuchung (Mann)

280

16,32

Visite im Krankenhaus

70

4,08

 

Die Arztkosten insgesamt – der Steigerungssatz

Das endgültige Honorar eines Arztes berechnet sich dann daraus, dass der Arzt die eigentlichen Gebühren mit dem so genannten Steigerungssatz multipliziert. Dieser wird unter anderem vom benötigten Zeitaufwand des Arztes oder auch der Schwierigkeit der Behandlung berechnet und hängt stark vom eigenen Ermessen des Arztes ab, so dass Arztkosten stark variieren können. Dabei kann dieser die folgenden drei Sätze erheben:

  • Für persönliche Leistungen, wie einem besonders großen Zeitaufwand oder ähnlichem, kann er das 1- bis 2,3-fache berechnen.
  • Für medizinisch-technisch besonders kostenintensive Behandlungen kann er das 1- bis 1,8-fache verlangen.
  • Für Laboruntersuchungen liegt der Spielraum zwischen dem 1-fachen und dem 1,15-fachen.

Der Regelhöchstsatz der Arztkosten

Die Grenze des Regelhöchstsatzes der Arztkosten liegt bei dem 3,5-fachen der eigentlichen Gebühren. Allerdings haben Ärzte generell die Möglichkeit diesen Höchstsatz zu überschreiten, wenn sie dies mit dem Patienten vorher vereinbart haben. Eine solche Honorarvereinbarung ist rechtsmäßig, wenn:

  • der Arzt sie persönlich, und nicht durch eine Sprechstundenhilfe, mit dem Patienten besprochen hat.
  • sie schriftlich festgehalten wurde. Diese Verschriftlichung sollte die Leistung, die endgültigen Arztkosten und einen Hinweis auf eine eventuelle Nicht-Übernahme der Kosten durch die Krankenversicherung enthalten.
  • der Patient eine Kopie der Vereinbarung erhält und ihm diese vor seiner Unterschrift ausführlich vom Arzt erklärt wurde.

Der Arzt ist allerdings nicht dazu verpflichtet, eine solche Honorarvereinbarung medizinisch zu rechtfertigen. Trotzdem kann eine solche Begründung dem Patienten dabei helfen, die Arztkosten zumindest anteilig bei seiner Krankenversicherung geltend zu machen. Für Laboruntersuchungen und rein medizinisch-technische Leistungen ist eine Vereinbarung über zusätzliche Arztkosten nicht zulässig.

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