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Erholung und Entspannung in der Kur

Die Zeiten, in denen man regelmäßig zur Kur fahren konnte, um sich zu erholen und vom stressigen Alltag auszuspannen, sind leider vorbei. Bei vielen Krankenkassen ist es auch trotz Krankheit gar nicht mehr so leicht, eine Kur genehmigt zu bekommen.

Das Wort ‚Kur’ ist eigentlich mittlerweile aus dem medizinischen Sprachgebrauch verschwunden. Man spricht in diesem Zusammenhang eher von ‚Leistungen zur gesundheitlichen Vorsorge und Rehabilitation’, wie sie beispielsweise in den § 23 oder auch 40 des 5. Sozialgesetzbuches näher erläutert werden. Im Volksmund spricht man aber trotzdem weiterhin von einer Kur.

Die Krankenkasse unterscheidet bei Kuren zwischen

  • medizinischen Vorsorgekuren und
  • Rehabilitationskuren

Medizinische Vorsorgekuren

Diese Art von Kur wird verordnet um

  • eine Schwächung der Gesundheit, die zu einer ernsthaften Erkrankung führen kann, zu beseitigen
  • die Verschlimmerung von Krankheiten zu vermeiden
  • Pflegebedürftigkeit zu vermeiden
  • die gesundheitliche Entwicklung von Kindern zu fördern

Entsprechende Leistungen können dabei die Form von Vorsorgeleistungen, ambulanten Vorsorgekuren oder auch stationären Vorsorgekuren haben. Diese unterscheiden sich in ihrer Intensität der Behandlung und werden je nach Fall individuell verordnet, wobei hier der Grundsatz gilt, dass während der Kur, ambulanten Behandlungen immer der Vorzug vor stationären Behandlungen zu geben ist.

Rehabilitationskuren

Diese Art von Kur soll helfen, bestehende Krankheiten besser zu beherrschen, ihre Verschlimmerung zu verhindern oder nach einem Krankenhausaufenthalt den Wiedereintritt in ein selbstständiges und unabhängiges Leben zu vereinfachen. Auch hier gilt der Grundsatz, dass ambulante Maßnahmen stationären vorzuziehen sind.

Ambulant vs. stationär?

Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit gibt eine Krankenkasse immer ambulanten Behandlungen den Vorzug. Eine ambulante Kur wird in der Regel in einem dem Wohnsitz des Patienten nahe gelegenen Behandlungszentrum durchgeführt. Wichtig ist hier, dass Arbeitnehmer sich für eine solche Behandlung nicht krank schreiben lassen können, sondern Urlaub beantragen müssen. Bei einer stationären Kur dagegen, sind sie krank geschrieben. Wurde nur eine ambulante Kur bewilligt, dann übernimmt die Krankenkasse nur die Kosten für die Behandlungen an sich – Kosten für Verpflegung und Unterkunft, die anfallen, wenn sich der Patient trotzdem für eine stationäre Behandlung entscheidet, muss er dann selbst tragen.

Die Beantragung einer Kur bei der Krankenkasse

Um eine Kur bei einer Krankenkasse zu beantragen, führt der erste Weg immer zum behandelnden Arzt, der auf dem Gebiet der Rehabilitation oder der physikalischen Medizin besonders qualifiziert sein sollte. Mit einer entsprechenden Bescheinigung über die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme, kann dann der Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Diese wird bei der Bewilligung erst einmal einer ambulanten Kur den Vorzug geben – eine stationäre Maßnahme wird in der Regel nur bei besonders schweren Fällen, oder wenn vorher bereits eine ambulante Behandlung keine Wirkung gezeigt hat, bewilligt.

Was tun, wenn der Antrag auf eine Kur von der Krankenkasse abgelehnt wird?

Der Patient hat die Möglichkeit, den entsprechenden Bericht des prüfenden medizinischen Dienstes anzufordern, seinem Arzt vorzulegen und dann gemeinsam mit diesem Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. In diesem Einspruch – der automatisch einen erneuten Antrag enthält – sollte um eine persönliche Begutachtung des Falls gebeten werden.

Generell wird eine Kur von der Krankenkasse immer erst einmal über einen Zeitraum von drei Wochen bewilligt. In besonders schweren Fällen kann dann noch vor Ort eine Verlängerung beantragt werden.

Außerdem gilt, dass nach einer stationären Kur in den kommenden vier Jahren, nach einer ambulanten Kur in den darauf folgenden drei Jahren, in Regelfällen keine Maßnahme dieser Art bewilligt wird.

Kosten und Zuzahlungen

Kosten, die bei einer Kur immer auf den Patienten zukommen, sind die Zuzahlung von 10 Euro pro Tag, die er auch bei anderen medizinischen Leistungen zahlen muss, sowie die Fahrtkosten. Bei einer stationären Kur werden neben den medizinischen Leistungen auch noch Verpflegung und Unterkunft von der Krankenkasse bezahlt, bei einer ambulanten Kur übernimmt die Krankenkasse nur die Kosten für die Behandlung selbst. Es ist allerdings möglich, bei einer ambulanten Kur Zuzahlungen von 13 Euro pro Tag für Verpflegung und Unterkunft zu beantragen. Die Kosten für Kinder unter 14 Jahren werden voll von der Krankenkasse übernommen – sie müssen auch keine Zuzahlungen entrichten.

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